| |
(Hyper Text Transfer Protocol, einen
Überblick über dieses im weiteren immer
wieder auftauchende Protokoll soll Anhang B geben).
Um Anfragen, die an einem Rechner ankommen, trennen zu können, dienen
Portnummern. Eine Portnummer ist eine 2 Byte lange Zahl, die der IP-Adresse
angehängt ist. Auf dem Server können Programme angewiesen werden, auf be-
stimmten Ports zu horchen und dort ankommende Anfragen zu bedienen. Für
die Standardprotokolle sind bestimmte Portnummern vereinbart worden:
FTP - Standardportnummer 21
SMTP - Standardportnummer 25
HTTP - Standardportnummer 80
Webserver horchen dementsprechend standardmäßig auf Portnummer 80 um
HTTP-Anfragen zu bedienen.
Der Kontakt zu Webservern wird in der Regel durch Webbrowser aufgenommen,
die eine Eingabe wie http://www.uni-muenster.de erhalten. Bei dieser Ein-
gabe erkennt der Browser, dass er HTTP benutzen soll um mit dem Rechner
www.uni-muenster.de zu kommunizieren.
Der Name www.uni-muenster.de muss für die Adressierung in eine IP-
Adresse übersetzt werden, was durch die Kontaktaufnahme mit einem DNS-
Server4 geschieht. Der Browser wendet sich unter Verwendung der Standard-
portnummer 80 an die von dem DNS-Server zurückgelieferte Adresse, in diesem
Fall 128.176.188.115. Soll die Standardportnummer verwendet werden, muss
diese normalerweise nicht mit eingegeben werden.
Die obige Eingabe enthält den Rechnernamen eines Webservers, aber nicht was
genau von dem Server geholt werden soll. Der Browser erkennt normalerwei-
se auch das und hängt ein / an die Eingabe, was für das Hauptverzeich-
nis5 auf dem Server steht. Eine entsprechende Intelligenz des Browsers und die
verfügbarkeit eines DNS-Server vorausgesetzt ist die Anfrage gleichbedeutend
zu http://128.176.188.115:80/.
An den Port 80 des Rechners mit dieser Adresse wird nun die folgenden HTTP-
Anfrage gestellt:
GET / HTTP/1.0<CR><LF><CR><LF>
Auf dem Webserver wird diese Anfrage gewöhnlich in mehreren Phasen abge-
arbeitet. Die erste Phase ist die
Übersetzung des URI6, in diesem Fall das /,
in einen Dateinamen. Es folgen weitere, je nach Webserver verschiedene Pha-
sen, zum Beispiel zur
Überprüfung von Zugri srechten. Die Bearbeitung endet
damit, dass der Webserver die gewünschte Datei oder bei Fehlern eine Antwort
an den Client zurückschickt und die Bearbeitung der Anfrage protokolliert.
Der Webserver hat mehrere Möglichkeiten auf eine solche Anfrage zu reagie-
ren. Er kann zum Beispiel ein Inhaltsverzeichnis des Hauptverzeichnisses /
4DNS = Domain Name Service für die Auflösung von Namen nach IP-Adresse und umge-
kehrt. DNS-Server der Uni Münster sind z.B.: 128.176.0.12 und 128.176.0.13
5Mit Hauptverzeichnis (auch DocumentRoot) ist das Hauptverzeichnis des Webservers ge-
meint, dieses ist nicht zu verwechseln mit dem root-Verzeichnis des Dateisystems auf dem
Server. Es wird meistens auf ein Verzeichnis wie /usr/local/http/htdocs/ abgebildet.
6URI=Uniform Resource Identifier
4
|  |
|
| |
|
|